BIOGRAFIE · 1908–1993
Eugen Suchoň.
Biografie.
Eugen Suchoň war Komponist, Pädagoge und Musiktheoretiker. Gemeinsam mit Alexander Moyzes und Ján Cikker prägte er die slowakische Musik des 20. Jahrhunderts. Sein Schaffen erwuchs aus der heimischen Musikkultur und öffnete sich der modernen europäischen Musiksprache.
Pezinok und die ersten musikalischen Erfahrungen
Er wurde am 25. September 1908 in Pezinok geboren. Musik begleitete seine Jugend in der Kirche, am Klavier und in dem Orchester, das er selbst leitete. Er spielte bei Stummfilmvorführungen in Pezinok und Modra. Neben der Musik begeisterten ihn Malerei und Fußball – er war Torwart des Pezinoker Vereins. Sein ganzes Leben lang kehrte er in seine Heimatstadt und die Kleinen Karpaten zurück.
Bratislava und Prag
Ab 1920 studierte er Klavier bei Frico Kafenda in Bratislava. Von 1927 bis 1931 setzte er seine Ausbildung an der Musik- und Schauspielakademie fort, wo er Komposition, Klavier und Dirigieren studierte. In den folgenden zwei Jahren vertiefte er seine kompositorische Ausbildung bei Vítězslav Novák an der Meisterschule des Prager Konservatoriums.
Der Komponist und sein Werk
Suchoňs musikalische Welt umfasst Opern, Orchester- und Kammermusik, Lieder und Chöre. Die Volksmelodik findet darin neue Ausdrucksmöglichkeiten. Zu seinen bedeutenden Werken gehören der Liederzyklus Nox et solitudo, die Kantate Psalm des Karpatenlandes und die sinfonischen Metamorfózy.
Einen besonderen Platz nehmen die Opern ein: Krútňava und Svätopluk. Krútňava wurde 1949 im Slowakischen Nationaltheater uraufgeführt; Svätopluk folgte 1960. Die beiden Werke zeigen unterschiedliche Seiten seines Opernschaffens: ein persönliches Gewissensdrama und eine historische Geschichte über Macht und Verantwortung.
Pädagoge und Theoretiker
Ab 1933 unterrichtete er Musiktheorie in Bratislava, später auch Komposition. Seine pädagogische Arbeit setzte er an Hochschulen fort; von 1963 bis 1974 lehrte er an der Philosophischen Fakultät der Comenius-Universität. Er widmete sich außerdem der Musik für Kinder und Jugendliche, Volksliedern und musiktheoretischen Schriften.
Anerkennung und Vermächtnis
1958 erhielt er den Titel Nationalkünstler, 1969 die Ehrendoktorwürde der Comenius-Universität und 1981 den Herder-Preis. Er starb am 5. August 1993 in Bratislava. Seine Kompositionen, seine pädagogische Arbeit und die erhaltenen Dokumente sind ein bedeutender Teil des slowakischen Kulturerbes.